Tai Chi Chuan ist vom Ursprung
eine sogenannte innere Kampfkunst. Heute sehen wir es als Bewegungssystem
und als Bewegungsmeditation.
Einerseits
ist es der Gesundheit sehr förderlich, andererseits dient es
der
Persönlichkeitsentwicklung und ist als Meditationssystem nützlich.
Tai Chi Chuan erfreut sich heute in der ganzen Welt großer Beliebtheit.
Die meisten praktizieren es überwiegend aus gesundheitlichen Gründen,
zur Entspannung oder zur Meditation. Nur ein kleiner Teil der Anhänger
betreibt es in erster Linie als Kampfkunst zur Selbstverteidigung oder
als Lebensweg.
Während des Tai-Chi-Chuan-Unterrichts werden Basisübungen wie
Einzelbewegungen, Stand und Atemübungen, Dehn- und Lockerungsübungen
vermittelt. Sie dienen dazu, die Bewegungsprinzipien des Tai Chi Chuan
zu erlernen, die Gelenke zu lockern, den Körper zu entspannen und
die Körperhaltung positiv zu verändern.
Im Mittelpunkt des Tai-Chi-Chuan-Unterrichts steht zumeist eine
sogenannte Form, z.B. im Yang-Stil die Peking-Form oder die
Lange-Form. Als
Form werden klar umschriebene Abläufe aufeinander folgender, meist fließend
ineinander übergehende Bewegungen verstanden. Formen setzen sich
aus Bildern – die Anzahl differiert von 8 bis 108 – zusammen.
Die Namen der Bilder (Einzelbewegungen, Sequenzen) betonen häufig
- die kampfbezogenen Anwendungen wie „Die
Ohren des Gegners drücken“,
- stellen den poetischen Aspekt
der Bewegung in den Vordergrund: „Die
Nadel auf dem Meeresboden“,
- beziehen sich auf die
Geschmeidigkeit und Natürlichkeit des Bewegungsverhaltens
von Tieren: „Die Schlange kriecht am Boden“.
Die
verbreitetste Tai-Chi-Chuan-Form ist die „Pekingform“.
Neben den Solo-Formen (Hand-Formen) gibt es Waffenformen (z.B. Schwertform)
und Partnerübungen und –formen (z.B. Pushinghands, Dalü).
Weiterhin wird auf Prinzipien in der Bewegungsausführung geachtet.
Prinzipien sind, um nur einige zu nennen: Weichheit, Bewegungsfluss,
Erdung und Entspanntheit. Die Bewegungen sind natürlich, entspannt,
locker, fließend und langsam. Mit entspannten Tai-Chi-Bewegungen
ist gemeint, dass nur die Muskeln angespannt werden, die für
bestimmte Bewegungen und Haltungen gebraucht werden. Alle anderen
Muskeln befinden
sich im Ruhetonus. Auf diese Weise kann man gut mit seiner Energie haushalten.
Die Bewegungen werden bewusst und aufmerksam ausgeführt. Die Wahrnehmung
ist allumfassend, sie wird gleichmäßig auf die eigene Person
und die Umwelt aufgeteilt. Der Atem fließt locker und natürlich
bis in den Bauchraum.
Die heilsamen Wirkungen von Tai Chi Chuan auf Körper und Geist sind
mittlerweile auch bei uns im Westen unbestritten.
In meinen Kursen für Anfänger/-innen stelle ich eine Reihe
von elementaren Bewegungsformen des Tai Chi Chuan vor. Die Kurse sind
gut geeignet und nutzbringend für Menschen, die sich erstmals mit
dieser Praxis beschäftigen.Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Taijiquan,
Frank Aichlseder, Helmut Oberlack: Taijiquan für Einsteiger: Ein
Special des Taijiquan & Qigong Journals.. A & O Media, Hamburg
2003.
Rainer Landmann: Taijiquan, Konzepte und Prinzipien einer Bewegungskunst
Analyse anhand der frühen Schriften.
Institut für Bewegungswiss.
Anthropologie, Hamburg 2002