Andrea SchönigDiplom Supervisorin Andrea Schoenig
Tai Chi Tai Chi Lehrerausbildung Coaching

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Was ist Tai-Chi-Chuan?


Tai Chi Chuan ist vom Ursprung eine sogenannte innere Kampfkunst. Heute sehen wir es als Bewegungssystem und als Bewegungsmeditation. Einerseits ist es der Gesundheit sehr förderlich, andererseits dient es der Persönlichkeitsentwicklung und ist als Meditationssystem nützlich.

Tai Chi Chuan erfreut sich heute in der ganzen Welt großer Beliebtheit. Die meisten praktizieren es überwiegend aus gesundheitlichen Gründen, zur Entspannung oder zur Meditation. Nur ein kleiner Teil der Anhänger betreibt es in erster Linie als Kampfkunst zur Selbstverteidigung oder als Lebensweg.

Während des Tai-Chi-Chuan-Unterrichts werden Basisübungen wie Einzelbewegungen, Stand und Atemübungen, Dehn- und Lockerungsübungen vermittelt. Sie dienen dazu, die Bewegungsprinzipien des Tai Chi Chuan zu erlernen, die Gelenke zu lockern, den Körper zu entspannen und die Körperhaltung positiv zu verändern.

Im Mittelpunkt des Tai-Chi-Chuan-Unterrichts steht zumeist eine sogenannte Form, z.B. im Yang-Stil die Peking-Form oder die Lange-Form. Als Form werden klar umschriebene Abläufe aufeinander folgender, meist fließend ineinander übergehende Bewegungen verstanden. Formen setzen sich aus Bildern – die Anzahl differiert von 8 bis 108 – zusammen.

Die Namen der Bilder (Einzelbewegungen, Sequenzen) betonen häufig

  • die kampfbezogenen Anwendungen wie „Die Ohren des Gegners drücken“,
  • stellen den poetischen Aspekt der Bewegung in den Vordergrund: „Die Nadel auf dem Meeresboden“,
  • beziehen sich auf die Geschmeidigkeit und Natürlichkeit des Bewegungsverhaltens von Tieren: „Die Schlange kriecht am Boden“.

Die verbreitetste Tai-Chi-Chuan-Form ist die „Pekingform“. Neben den Solo-Formen (Hand-Formen) gibt es Waffenformen (z.B. Schwertform) und Partnerübungen und –formen (z.B. Pushinghands, Dalü).
Weiterhin wird auf Prinzipien in der Bewegungsausführung geachtet. Prinzipien sind, um nur einige zu nennen: Weichheit, Bewegungsfluss, Erdung und Entspanntheit. Die Bewegungen sind natürlich, entspannt, locker, fließend und langsam. Mit entspannten Tai-Chi-Bewegungen ist gemeint, dass nur die Muskeln angespannt werden, die für bestimmte Bewegungen und Haltungen gebraucht werden. Alle anderen Muskeln befinden sich im Ruhetonus. Auf diese Weise kann man gut mit seiner Energie haushalten.

Die Bewegungen werden bewusst und aufmerksam ausgeführt. Die Wahrnehmung ist allumfassend, sie wird gleichmäßig auf die eigene Person und die Umwelt aufgeteilt. Der Atem fließt locker und natürlich bis in den Bauchraum.
Die heilsamen Wirkungen von Tai Chi Chuan auf Körper und Geist sind mittlerweile auch bei uns im Westen unbestritten.
In meinen Kursen für Anfänger/-innen stelle ich eine Reihe von elementaren Bewegungsformen des Tai Chi Chuan vor. Die Kurse sind gut geeignet und nutzbringend für Menschen, die sich erstmals mit dieser Praxis beschäftigen.Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Taijiquan, Frank Aichlseder, Helmut Oberlack: Taijiquan für Einsteiger: Ein Special des Taijiquan & Qigong Journals.. A & O Media, Hamburg 2003.

Rainer Landmann: Taijiquan, Konzepte und Prinzipien einer Bewegungskunst Analyse anhand der frühen Schriften.

 

Institut für Bewegungswiss. Anthropologie, Hamburg 2002